Über Uns

Unser Leben lang waren wir von Hunden begleitet – mein Mann von Boxern, ich von Jagdhunden.

Sowohl in meinem Beruf als Tierärztin als auch im privaten Bereich bei Verwandten, Freunden und Bekannten fast ständig von Hunden umgeben, war ich doch irgendwie immer auf der Suche nach dem "perfekten" Hund für mich. Mein Mann ließ mir diesbezüglich glücklicherweise freie Hand, weil im Alltag der Hund zum größten Teil in meinen Aufgabenbereich fällt.

Mittelgroß, Flaschenbürstengesicht (wie die Deutsch Drahthaar Vorstehhunde in meinem Elternhaus) unbedingt, weil wir das wunderschön finden, aber bitte ohne Jagdtrieb (wir hatten auch einen Jagdterrier...!), anhänglich, freundlich, unproblematisch, Familienhund - und als Reitbegleiter zu verwenden. Und definitiv keinesfalls eine Moderasse!

In einem Buch über Reitbegleithunde ("Reiter, Pferd und Hund: Der Weg zum Team: Verständigung - Ausbildung - Umgang" von Inge Röger-Lakenbrink, Verlag Müller-Rüschlikon), das ich von meinem Mann zum Geburtstag bekommen hatte, lachten mich dann ein paar Bilder eines Hundes an, der entfernt wie ein Irischer Wolfshund aussah: "Der isses doch!". Da die Autorin die Hunderassen, die sie als geeignete Reitbegleithunde ansieht, freundlicherweise gelistet hat, war im Ausschlussverfahren - alle anderen Rassen waren mir bekannt - klar, dass die Fotos Abbildungen von einem Bergamasker Hirtenhund sein mussten.

Meine Rassehundebücher zeigten mir unter dieser Rasse lediglich extrem verzottelte Hunde und ich verstand, warum ich diese Seiten überblättert und diese Hunderasse nicht wirklich wahrgenommen hatte. Nach der Erkenntnis, dass man es aber ganz offensichtlich selbst in der Hand hat, aus den doch sehr rustikalen Naturburschen optisch ansprechende Vierbeiner zu zaubern, begann ich mich mit der Rasse näher zu beschäftigen.

Damals, zu Beginn des neuen Jahrtausends, gab es praktisch noch keine "Bergis", wie sie liebevoll genannt werden, in Deutschland, aber ich hatte das Glück, auf einer kleinen Zuchtschau des Klubs für Ungarische Hirtenhunde einer jungen Hündin (der legendären Wally di Valle Brembano, die mittlerweile über die Regenbogenbrücke gegangen ist) zu begegnen. Die innere Ruhe der damals 13 Monate alten Hündin inmitten des Trubels einer Hundeschau, ihre unglaubliche Freundlichkeit meiner zehnjährigen Tochter gegenüber und ihr hinreißendes Äußeres (sie war noch nicht verzottelt) verzauberten mich völlig.

Ab diesem Moment war für mich klar - diese und keine andere Rasse sollte es werden! Es galt nur noch, irgendwann meinen Mann zu überzeugen…

Es gingen noch acht Jahre ins Land, bis ich mir meinen Traum vom eigenen Bergamasker erfüllen konnte, da unsere Menagerie daheim zu dem Zeitpunkt schon einen Hund, drei Pferde, drei Katzen und zwei Kaninchen umfasste.

Erst im Herbst 2011 - einige unserer geliebten Vierbeiner waren im Laufe der Zeit über die Regenbogenbrücke gegangen - konnten wir unsere Bergamasker Hirtenhündin "Ascania Cielostellato", kurz "Asca", ins Haus holen.

Sie ist genau der Traumhund, den wir uns immer gewünscht haben. Abgesehen davon, dass sie nicht mal als Welpe destruktiv war oder Unsinn gemacht hat, war sie unglaublich leicht zu erziehen. Keinem anderen Hund würde ich das Attribut "höflich" zugestehen. Sie begleitet mich nahezu überall hin, folgt mir zu Hause wie zufällig von Zimmer zu Zimmer, ist im Stall und bei allen Ritten dabei und - interessanterweise - bei Besuchen von Pferdemessen, Mittelalter- oder Weihnachtsmärkten absoluter Hinkucker und Publikumsliebling.

Seit April 2016 läuft auch Bergi-Mädchen Nummer zwei immer mit: Ascas Tochter A‘Nedra verstärkt unser Hundeteam und bereitet uns ebenso große Freude wie ihre Mutter.

 

Zuchtstätte

Unsere Zuchtstätte  "vom Freiherrengarten" liegt auf der rauen Schwäbischen Alb in wunderbarem Umland und mit herrlichen Spazier-, Rad- und Wandermöglichkeiten. Unterwegs treffen wir des Öfteren auf Wanderschäfer mit ihren Schafherden.

Zu unserer Familie gehören neben meinem Mann und mir - unsere Tochter studiert und kommt nur noch sporadisch heim -  natürlich unsere wunderbaren Bergi-Hündinnen Asca und A'Nedra (liebevoll meinst Nedi genannt), drei Katzen sowie auch drei Pferde, die allerdings in einem Pensionsstall im Nachbarort untergebracht sind.

Unser Vorhaben ist es, gesunde, charaktervolle Bergamasker nach FCI-Rassestandard zu züchten (FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 194)

Für uns steht ein sozialverträgliches Wesen sowie die Förderung der angeborenen natürlichen Fähigkeiten und rassespezifischen Eigenschaften der Welpen im Vordergrund.


Selbstverständlich gewöhnen wir die Welpen nicht nur an die üblichen Umweltreize, sondern auch an Kinder und unsere anderen Tiere.

 

Lieber Welpeninteressent

Diese Zeilen sollen Ihnen eine kleine Hilfestellung geben, insbesondere, wenn Sie noch nie einen Hund als Familienmitglied hatten.

Der Haushund (Canis lupus familiaris) stammt vom Wolf ab; wann die Domestizierung stattfand, ist umstritten; wissenschaftliche Schätzungen heute variieren zwischen 15.000 und 135.000 Jahren.

In Deutschland leben übrigens zur Zeit ca. 5,4 Millionen Hunde, verteilt auf 13,3 % aller Haushalte. Etwa ein Drittel davon sind Mischlinge, der Rest Rassehunde.

Die Anschaffung eines Welpen will gut überlegt sein. Es ist absolut sinnvoll, sich bereits vorher Gedanken zu machen, um auszuloten, ob Sie und Ihre Familie bereit für einen Hund sind.

Schließlich bleibt der Welpe nicht so klein und niedlich, er wächst, braucht Pflege und Auslauf, will beschäftigt werden und muß auch mal zum Tierarzt. Zu den wichtigen Herausforderungen gehört auch die Frage nach der Zeit. Ein Hund ist schließlich kein Fahrrad, das bei Bedarf herausgeholt und dann wieder verstaut werden kann.

In die Entscheidung zur Anschaffung eines Welpen muß die ganze Familie einbezogen werden. Sind wirklich alle Familienmitglieder mit dem Welpenkauf einverstanden oder stößt der Wunsch nach dem neuen Mitbewohner auf geteiltes Echo? Legen Sie hier ganz klar fest, wer welche Aufgaben in der Betreuung übernimmt und klären Sie auch, warum Sie sich für einen Bergamasker Hirtenhund entscheiden.

Der Bergamasker liebt seine Menschen von Herzen und geht eine sehr feste Bindung mit ihnen ein. Richtig glücklich ist er nur, wenn er am täglichen Familienleben teilhaben und seine Menschen möglichst immer und überall hin begleiten darf. Dies ist bei guter Erziehung auch problemlos möglich! Eingesperrt in einen Zwinger oder an die Kette gelegt und getrennt von seiner Familie würde sein ruhiges, freundliches Gemüt und sein ausgeglichenes Wesen verkümmern.

Sie sollten deshalb vor dem Kauf eines Bergamaskers folgende Fragen für sich beantworten:

  • Erlaubt ihr Mietvertrag die Hundehaltung (In einem eigenen Haus ist dies natürlich kein Problem)?
  • Sind alle Familienmitglieder mit dem neuen Familienmitglied einverstanden?
  • Gibt es Familienmitglieder mit einer Hundehaarallergie (Da der Bergamasker kaum Haar verliert, ist er sogar beschränkt allergikertauglich)?
  • Muß der Hund täglich nicht mehr als vier bis fünf Stunden alleine gelassen werden?
  • Sind Sie bereit, sich in den ersten Wochen rund um die Uhr um Ihren neuen Vierbeiner zu kümmern?
  • Sind sie bereit, täglich mehrere Stunden für das neue Familienmitglied einzuplanen? Denn gerade Welpen - es sind Babys! - müssen anfangs alle zwei bis drei Stunden nach draußen gebracht werden.
  • Gibt es ausreichend und abwechslungsreiche Auslaufmöglichkeiten in erreichbarer Nähe?
  • Sind Sie sich der Tatsache bewußt, daß es sich bei dem neuen Familienmitglied um ein Lebewesen handelt, das mehrere Jahre lang großen Einfluß auf Ihren Tagesablauf haben wird und ausreichend beschäftigt werden muß? Sind Sie also bereit und in der Lage, sich während eines Hundelebens (10-15 Jahre) liebevoll um Ihren vierbeinigen Freund zu kümmern?
  • Haben Sie in Ihrem Familien- oder Freundeskreis Menschen, die im Notfall auf Ihren Vierbeiner aufpassen können? Sind Sie auch bereit, Ihren Hund mit in die Ferien zu nehmen oder haben Sie die Möglichkeit, ihn bei jemandem unterzubringen?
  • Denken Sie bitte auch an die mit der Hundehaltung verbundenen Kosten für Ernährung, Tierarzt, Hundesteuer, Hundehalterhaftpflichtversicherung usw.
  • Können Sie auch akzeptieren, daß der Hund bei schlechtem Wetter naß sein wird und eventuell auch mal einiges an Schmutz in die Wohnung trägt?

Bedenken Sie, daß Sie auch bei Schnee, Regen und Kälte ausgiebig mit Ihrem Vierbeiner spazieren gehen müssen.  Ein Hund muß täglich nach draußen und das nicht nur eine halbe Stunde - egal, wie das Wetter ist!

Auch die Erziehung eines Welpens benötigt bereits einiges an Zeit, wenn Sie die Welpenspielstunde zur Sozialisierung sowie Erziehungskurse besuchen, damit er sich zu einem angenehmen Hausgenossen entwickelt. Dies schafft aber auf der anderen Seite auch gleichzeitig eine wunderbare Gelegenheit, Gleichgesinnte kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.

Eine sehr rassespezifische Gewissensfrage: Freuen Sie sich darüber, daß Ihnen Ihr Bergamasker in der Wohnung überall hin nachzottelt, jede Ihrer Bewegungen genau beobachtet und am liebsten immer in Ihrer Nähe ist?

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. („Der kleine Prinz“, Antoine de Saint-Exupéry)

Der Preis für einen Bergamasker Hirtenhund liegt in Deutschland bei 1200 - 1400 Euro und damit etwa im Mittelfeld der Preisspanne für Rassehunde mit Papieren. Worin liegt der Preisunterschied zwischen einem Rassehund vom Züchter und anderen Hunden? Wesentlichen Einfluss auf die „Arbeit“ der Züchter haben definierte Rassestandards, die seitens der Hunde erfüllt werden müssen. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Kosten der Zucht sowie adäquate tierärztliche Versorgung, was Impfungen, Wurmkuren und das Chippen einschließt. Verantwortungsvolle Züchter kümmern sich auch um ein angemessenes Umfeld sowie die grundlegende Sozialisierung der Welpen. Insofern können Sie sich als angehender Halter sicher sein, dass der Hund gesund ist, bis dato eine glückliche erste Lebensphase hinter sich hat und den allgemeinen Rassevorgaben entspricht.

Entscheiden Sie sich für einen Bergamasker Hirtenhund vom Züchter, kann bereits ein langer Weg hinter Ihnen liegen. Es ist durchaus nicht unüblich, vor der eigentlichen Verpaarung bereits den ersten Kontakt zum Züchter aufzunehmen, den grundsätzlichen Rahmen festzulegen und sich kennenzulernen. Für Sie ist dieses Vorgehen von Vorteil, da Sie den Umgang zwischen Mensch und Hund in Augenschein nehmen können. Nach der Geburt fällt schließlich bei einem Besuch einige Wochen später die Entscheidung für einen Welpen. Einige Züchter bieten Ihnen vielleicht sogar regelmäßige Besuchstermine an, um die Bindung zu stärken. Den krönenden Abschluss findet das Ganze am Tag der Welpenübergabe.

Hinsichtlich der Papiere: Kaufen Sie einen Welpen beim Züchter, erhalten Sie hier eine Ahnentafel, den Impfpass, einen Kaufvertrag, das tierärztliche Untersuchungsprotokoll sowie Informationsmaterial bezüglich Ernährung, Erziehung etc. in einer Welpenmappe.

Kurze Übersicht über geschätzte Kosten im ersten Jahr:

  • Erstausstattung: 200 - 250 €
  • Tierarztbesuche (ohne OP / Krankheiten): 100 - 150 €
  • Futter (inkl. Leckerlie): 400 - 600 €
  • Hundesteuer (gemeindeabhängig): 80 - 150 €
  • Hundehalterhaftpflichtversicherung: 100 - 150 €
  • Hundeschule (je nach Angebot): 150 - 400 €
  • Ersatz für Spielzeug, Leine etc.: 100 €